Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Stand: 11. Juni 2026

§ 1 Anbieterin und Geltungsbereich

(1) Anbieterin der Plattform 🇨🇭 kaufgebot.ch („Kaufgebot", „wir") ist die König Immobilien Handelsgesellschaft mbH, Fichtenweg 5, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Deutschland („Anbieterin"). Weitere Angaben: Impressum.

(2) Diese AGB gelten für alle Verträge über die kostenpflichtigen Leistungen von Kaufgebot. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Immobilienmakler und sonstige Unternehmer im Sinne des § 14 BGB (bzw. der entsprechenden Vorschriften in Österreich und der Schweiz), die in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handeln („Makler" bzw. „Unternehmer-Kunden").

(3) Schließt ausnahmsweise ein Verbraucher im Sinne des § 13 BGB einen Vertrag mit uns, gelten ergänzend die zwingenden gesetzlichen Verbraucherschutzvorschriften, insbesondere das Widerrufsrecht (§ 7 dieser AGB, Widerrufsbelehrung) und die Online-Kündigungsmöglichkeit über den Kündigungsbutton (§ 6 Abs. 3). Regelungen dieser AGB, die zwingenden Verbraucherrechten widersprechen, finden auf Verbraucher keine Anwendung.

(4) Für Bieter (Kaufinteressenten) ist die Nutzung der Plattform kostenlos; für sie gelten die Regelungen in § 10 sowie die Datenschutzerklärung. Abweichende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden finden keine Anwendung, es sei denn, wir stimmen ihrer Geltung ausdrücklich zu.

§ 2 Leistungsgegenstand

(1) Kaufgebot ist eine Software-as-a-Service-Plattform, mit der Makler Kaufgebote für Immobilien strukturiert und digital entgegennehmen, verwalten, dokumentieren und auswerten können. Zum Funktionsumfang gehören — je nach gewähltem Abo-Plan (§ 4) — insbesondere: öffentlicher Gebots-Link pro Objekt, digitale Angebotsannahme mit Käufer-Verifizierung und automatischer Empfangs-Bestätigung, Upload von Finanzierungsnachweisen, Gebotsübersicht und PDF-Export, Einbindung des Gebotsformulars per Iframe in das Online-Exposé des Maklers („Embed"), eigenes Branding, Team-Zugang, Activity-Log, CRM-/OpenImmo-Import und API-Zugriff.

(2) Die Plattform vermittelt keine Immobilien, erbringt keine Maklerleistungen, keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzt keine notarielle Beurkundung. Wir werden zu keinem Zeitpunkt Vertragspartei eines Immobilienkaufvertrags oder eines Maklervertrags (§ 10).

(3) Zusatzleistungen (z. B. „Virtuelle Möblierung", § 8) und die Übertragung von Objekten an die Schwesterplattform Bieterverfahren.App (§ 11) sind optional.

§ 3 Registrierung, Konto und kostenlose Testphase

(1) Die Nutzung setzt eine Registrierung voraus. Der Kunde hat seine Zugangsdaten geheim zu halten und uns über eine missbräuchliche Nutzung unverzüglich zu informieren. Die bei der Registrierung anzugebenden Daten müssen wahrheitsgemäß und aktuell sein.

(2) Neue Konten erhalten einmalig eine kostenlose Testphase von 14 Tagen. Wird die Testphase ohne Abschluss eines kostenpflichtigen Abos genutzt, endet sie automatisch; es entsteht keine Zahlungspflicht.

(3) Wird die Testphase im Rahmen der Bestellung eines kostenpflichtigen Abos gewährt (Hinterlegung der Zahlungsdaten im Bestellprozess), geht sie nach Ablauf der 14 Tage in das gewählte kostenpflichtige Abo über, sofern das Abo nicht vor Ende der Testphase gekündigt wird. Hierauf weisen wir im Bestellprozess hin. Ein Anspruch auf eine (erneute) Testphase besteht nicht.

§ 4 Abo-Pläne und Objekt-Kontingent

(1) Wir bieten Abonnements in verschiedenen Plänen an (derzeit Starter, Basic, Pro, Business, Enterprise und Unlimited), die sich im monatlichen Objekt-Kontingent (von 1 Objekt pro Monat bis unbegrenzt) und im Funktionsumfang (u. a. Embed, Branding, Team-Zugang, API) unterscheiden. Maßgeblich sind die zum Zeitpunkt der Bestellung auf der Preisseite kaufgebot.ch/preise ausgewiesenen Pläne, Leistungen und Preise.

(2) Das Objekt-Kontingent eines Plans bezeichnet die Anzahl der Objekte, die pro Kalendermonat aktiv geschaltet werden können. Das Anlegen und Importieren von Objekten als Entwurf ist unbegrenzt und kontingentfrei; erst die Aktivierung (öffentlicher Gebots-Link, Annahme von Geboten) verbraucht einen Kontingent-Platz. Nicht genutztes Kontingent verfällt am Monatsende und wird nicht übertragen.

§ 5 Preise und Zahlung

(1) Es gelten die auf der Preisseite kaufgebot.ch/preise ausgewiesenen Preise. Soweit Preise netto ausgewiesen sind, kommt die gesetzliche MWST hinzu; der im Bestellprozess angezeigte Gesamtpreis ist verbindlich. Die Abrechnung erfolgt über den Zahlungsdienstleister Stripe (Stripe Payments Europe Ltd.) je nach gewähltem Zyklus monatlich oder jährlich im Voraus.

(2) Bei einem Plan-Wechsel während der Laufzeit wird die Differenz tagesgenau verrechnet (Proration). Rechnungen werden elektronisch bereitgestellt.

(3) Befindet sich der Kunde mit der Zahlung in Verzug, sind wir berechtigt, aktive Verfahren vorübergehend zu pausieren (keine Annahme neuer Gebote), bis der offene Betrag ausgeglichen ist. Gespeicherte Daten bleiben hiervon unberührt.

§ 6 Laufzeit und Kündigung

(1) Abonnements laufen je nach gewähltem Zyklus einen Monat bzw. ein Jahr und verlängern sich automatisch um die jeweilige Periode (ein Monat bzw. ein Jahr), wenn sie nicht bis zum Ende der laufenden Periode gekündigt werden.

(2) Die ordentliche Kündigung ist jederzeit mit Wirkung zum Ende der laufenden Abrechnungsperiode möglich. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt für beide Parteien unberührt.

(3) Die Kündigung kann erklärt werden: online über die Schaltfläche „Verträge hier kündigen" (Kündigungsbutton, ohne Login erreichbar), über das Kundenportal (Dashboard → Abrechnung) oder in Textform (z. B. E-Mail an info@bieterverfahren.app). Den Zugang einer Kündigung über den Kündigungsbutton bestätigen wir unverzüglich elektronisch.

(4) Der Kunde ist gehalten, benötigte Auswertungen (z. B. PDF-Reports) vor Vertragsende zu exportieren. Auf Anfrage innerhalb von 30 Tagen nach Vertragsende stellen wir ihm zudem eine Kopie seiner gespeicherten Objekt- und Gebotsdaten bereit; danach werden die Daten nach Maßgabe der Datenschutzerklärung gelöscht.

§ 7 Widerrufsrecht für Verbraucher

(1) Verbrauchern im Sinne des § 13 BGB steht bei Fernabsatzverträgen ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen zu. Einzelheiten, die Widerrufsbelehrung und das Muster-Widerrufsformular findest du unter kaufgebot.ch/widerruf.

(2) Das Widerrufsrecht kann nach Maßgabe des § 356 Abs. 4 und 5 BGB vorzeitig erlöschen, wenn du als Verbraucher ausdrücklich zustimmst, dass wir vor Ablauf der Widerrufsfrist mit der Ausführung beginnen, und du deine Kenntnis vom Erlöschen des Widerrufsrechts bestätigt hast. Unternehmern steht kein Widerrufsrecht zu.

§ 8 Zusatzleistung „Virtuelle Möblierung"

(1) Makler können Bild-Kontingente („Credits") für die virtuelle Möblierung von Objektfotos als Einmalkauf erwerben (Staffelpreise gemäß Leistungsseite). Ein Credit entspricht der Bearbeitung eines Bildes. Credits verfallen nicht und sind nicht übertragbar; bereits verbrauchte Credits werden nicht erstattet.

(2) Die Lieferung der bearbeiteten Bilder erfolgt in der Regel innerhalb von 24–48 Stunden an Werktagen; eine Korrekturschleife pro Bild ist enthalten. Der Makler erhält an den gelieferten Bildern ein einfaches, zeitlich unbeschränktes Nutzungsrecht für die Vermarktung des jeweiligen Objekts.

(3) Virtuell möblierte Darstellungen sind Visualisierungen. Der Makler ist verpflichtet, sie gegenüber Interessenten als solche zu kennzeichnen (z. B. „virtuell möbliert") und nicht als realen Zustand auszugeben. Der Makler sichert zu, an den hochgeladenen Fotos die erforderlichen Rechte zu besitzen.

§ 9 Pflichten der Nutzer, Datenschutz und Auftragsverarbeitung

(1) Der Makler stellt nur Objekte ein, für die er über ein wirksames Vermarktungs-Mandat verfügt, und ist für die Richtigkeit der Objekt- und Inhaltsdaten verantwortlich. Eine missbräuchliche Nutzung der Plattform (insbesondere rechtswidrige Inhalte, Spam, Umgehung der Kontingente, Eingriffe in die technische Infrastruktur) ist untersagt. Bieter sind verpflichtet, bei der Gebotsabgabe wahrheitsgemäße Angaben zu machen und keine Gebote für Dritte ohne deren Vollmacht abzugeben.

(2) Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten enthält unsere Datenschutzerklärung.

(3) Soweit wir personenbezogene Daten (insbesondere Bieterdaten) im Auftrag des Maklers verarbeiten, ist der Makler datenschutzrechtlich Verantwortlicher und wir Auftragsverarbeiter. Mit Makler-Kunden schließen wir hierzu auf Anfrage einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO (Anfrage an datenschutz@kaufgebot.ch).

§ 10 Rechtlicher Charakter der Kaufgebote — keine Versteigerung

(1) Die Plattform dient ausschließlich der strukturierten Entgegennahme und Dokumentation von Kaufgeboten. Sie ist keine Versteigerung oder Auktion im Sinne des § 34b GewO bzw. der §§ 156, 312g Abs. 2 Nr. 10 BGB; es gibt keinen Zuschlag, und der Höchstbietende erwirbt keinen Anspruch auf Abschluss eines Kaufvertrags.

(2) Ein über die Plattform abgegebenes Kaufgebot ist rechtlich ein unverbindliches Angebot bzw. eine Interessenbekundung im Sinne des § 145 BGB. Da Verträge über Grundstücke der notariellen Beurkundung bedürfen (§ 311b Abs. 1 BGB; in Österreich gelten die Formvorschriften des ABGB/GBG, in der Schweiz Art. 216 OR), entfaltet ein über die Plattform abgegebenes Gebot keine Bindungswirkung: Ein Kaufvertrag über die Immobilie kommt erst durch die notarielle Beurkundung (bzw. öffentliche Beurkundung in der Schweiz) zustande. Bieter können ihr Gebot bis zur Beurkundung ändern oder zurückziehen.

(3) Die Anbieterin wird nicht Vertragspartei eines Immobilienkaufvertrags, eines Vorvertrags oder eines Maklervertrags und gibt keine Erklärungen für Verkäufer, Makler oder Bieter ab. Die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung eines Gebots liegt allein beim Verkäufer bzw. dessen Makler.

§ 11 Übertragung an Bieterverfahren.App

Der Makler kann ein Objekt samt Bieter-Liste an die Schwesterplattform Bieterverfahren.App (gleiche Anbieterin) übertragen, um dort ein strukturiertes Bieterverfahren durchzuführen. Für die Nutzung von Bieterverfahren.App gelten die dort veröffentlichten Bedingungen; die Übertragung der Bieterdaten ist in der Datenschutzerklärung beschrieben.

§ 12 Verfügbarkeit, Änderungen der Leistung

(1) Wir erbringen die Leistungen mit angemessener Sorgfalt und streben eine hohe Verfügbarkeit der Plattform an. Eine ununterbrochene, fehlerfreie Verfügbarkeit wird nicht geschuldet; vorübergehende Einschränkungen können sich insbesondere durch Wartung, Weiterentwicklung, Störungen bei Drittanbietern oder höhere Gewalt ergeben. Geplante Wartungen kündigen wir, soweit möglich, an.

(2) Wir dürfen die Plattform weiterentwickeln und Funktionen ändern, soweit der Vertragszweck dadurch nicht gefährdet wird und die Änderung für den Kunden zumutbar ist.

§ 13 Haftung

(1) Wir haften unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, für Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, bei arglistigem Verschweigen eines Mangels, aus der Übernahme einer Garantie sowie nach dem Produkthaftungsgesetz.

(2) Bei einfacher Fahrlässigkeit haften wir nur für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) — also solcher Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf. In diesem Fall ist die Haftung der Höhe nach auf den bei Vertragsschluss vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden begrenzt. Im Übrigen ist die Haftung für einfache Fahrlässigkeit ausgeschlossen.

(3) Für den Inhalt von Geboten, die Bonität von Bietern und das Zustandekommen von Kaufverträgen übernehmen wir keine Verantwortung.

§ 14 Änderungen dieser AGB

Änderungen dieser AGB teilen wir dem Kunden mindestens vier Wochen vor Wirksamwerden in Textform mit. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb dieser Frist, gelten die geänderten AGB als angenommen; auf diese Rechtsfolge weisen wir in der Mitteilung gesondert hin. Bei Widerspruch kann jede Partei das Vertragsverhältnis zum Wirksamwerden der Änderung beenden. Änderungen, die wesentliche Vertragsinhalte (Leistung und Gegenleistung) zum Nachteil des Kunden verändern, bedürfen seiner ausdrücklichen Zustimmung.

§ 15 Verbraucherstreitbeilegung

Wir sind nicht bereit und nicht verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle im Sinne des § 36 VSBG teilzunehmen.

§ 16 Schlussbestimmungen

(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Gegenüber Verbrauchern gilt diese Rechtswahl nur, soweit ihnen dadurch nicht der Schutz zwingender Bestimmungen des Staates ihres gewöhnlichen Aufenthalts entzogen wird (Art. 6 Abs. 2 Rom-I-VO).

(2) Ist der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen oder hat er keinen allgemeinen Gerichtsstand in Deutschland, ist ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag Stuttgart. Gegenüber Verbrauchern gelten die gesetzlichen Gerichtsstände.

(3) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.

Stand: 11. Juni 2026